Casa Hogar Los Gorriones   
  
 
   Los Gorriones

 
 
 
 
 

Das Haus der Kinder “Die Spatzen”

Wir befinden uns in Ayacucho, 450 km südlich von Lima, im Herzen der peruanischen Anden. Ayacucho ist eine der ärmsten Städte in einem der ärmsten Länder. Genau hier formierte sich die terroristische Bewegung des leuchtenden Pfads (Sendero Luminoso), die aus dieser Region in den 80er und 90er Jahren eine der gefährlichsten machte. Heute leben in dieser dennoch so charmanten Stadt ehemalige Bauern, die ihre Dörfer aus Sicherheitsgründen verließen und in der Stadt Schutz vor der terroristischen Bewegung suchten. Hier angekommen, waren sie jedoch in Folge der zunehmenden Bevölkerungsdichte und Armut von einer extremen Arbeitslosigkeit betroffen. Wir sprechen dabei von 80 %. Aber was bedeutet diese Zahl wirklich? Es könnte hilfreich sein, sich ein Bild zu machen: Die Sonne prallt auf die Blechdächer der Häuser und alte Damen verkaufen am Straβenrand Klee um mit Mühe und Not 75 Cent am Tag zu verdienen. Kaum zu sprechen von den Fahrern der Mototaxen, die 15 Stunden am Tag arbeiten und dennoch nicht die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren können. Doch nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder Ayacuchos versuchen sich mit zahlreichen “Geschäftsideen” am Leben zu erhalten. Sie verkaufen alles, was sie finden können, betteln, singen und bieten kleine Dienstleistungen wie Schuhe putzen an. In Folge der Armut und der daraus resultierenden Verzweiflung verwüsten Alkoholismus und Gewalt die Wohnhäuser, zerstören Familien und die Prostitution fällt in die Straßen ein. Das ist nicht Peru! Dennoch sind wir hier, denn das goldene Zeitalter der Inka scheint vorbei zu sein und die einzigartige peruanische Kultur gerät in Vergessenheit! Heute ist Peru ein Land, in dem sich Schicksale wie diese millionenfach zu Papier bringen lassen. Unter diesen Bedingungen leiden besonders viele Kinder. Auf Grund der extremen Armut sehen viele Eltern die einzige Chance für das Überleben ihrer Kinder darin, sie wegzugeben. Oft sind die Kinder ernsthaft unterernährt und krank, haben traumatische Erfahrungen machen müssen und so gut wie keine Erziehung bezüglich der persönlichen Hygiene genossen. Auffanglager und Kinderheime sind jedoch selten und die, die es gibt, sind so überfüllt, dass viele Kinder immer noch auf der Straβe leben.

Im Jahre 2001 kamen Gil, Chantal und ihr Sohn Aaron nach Peru. Gil kommt aus Belgien, Chantal ist Französin. In ihrem Gepäck befand sich viel Liebe und der Wunsch ihr Glück nach dem Beispiel von Mutter Theresa zu teilen…

 


Gil erzählt Euch die Geschichte der Gorriones …

Hallo alle zusammen!
 
Im Folgenden will ich versuchen Euch unsere kleine Geschichte zu erzählen und Euch zu berichten, wie und warum wir nach Peru gekommen sind. Wir lebten in den Pyrenäen in Frankreich, meine Frau Chantal, mein Sohn Aaron und ich. Wir waren alle drei sehr zufrieden und wollten unser Glück mit denjenigen teilen, die weniger Glück in ihrem Leben haben. Wir lasen viele Bücher über Mutter Theresa, die so zu unserem Vorbild wurde.
 
Wir hätten gerne ein Projekt in Frankreich entwickelt aber in unseren lieben Bergen war das leider nicht möglich. Schade! Doch so machten wir uns nach Indien auf, um dort den Ärmsten der Ärmsten zu helfen. Und wer ist ärmer als Kinder, die leiden? In Indien konnten wir jedoch nicht länger als 6 Monate im Jahr bleiben. Eine Lösung für dieses Problem wäre es gewesen für einen längeren Aufenthalt zu zahlen. Doch das ist Korruption und wir wollten unser Geld nicht auf diese Weise verwenden. Unser Geld sollte denjenigen zu Gute kommen, die es dringend benötigten und nicht denjenigen, die sowieso schon zu viel davon hatten. Wir fuhren also weiter nach Nepal, wo wir auf das gleiche Problem trafen. Doch dort trafen wir auch eine Frau, die Präsidentin einer NGO in Frankreich war. Wir sind zu Mitgliedern dieser Organisation geworden und sahen auf Grund der Bemühungen dieser Frau, die an unser Projekt glaubte, neue Perspektiven am anderen Ende der Welt.
 
So verließen wir Delhi und kamen am 1. Juli 2001 in Lima an. Circa 8 Monate später, am 5. März 2002, besaßen wir alle Papiere um die Türen unseres Hauses für die ersten Kinder zu öffnen. Stellen Sie sich unsere Freude vor, unser Traum wurde Realität!!!

Leider ist die Vereinspräsidentin schwer krank geworden und konnte unser Projekt nicht länger unterstützen. Wir befanden uns also allein in Peru, ohne Organisation, ohne Hilfe, allein mit dem Glauben, dass Gott uns nicht fallen lassen würde. Um das Projekt fortsetzen zu können, brauchten wir Geld und so verkauften wir unser komplettes Hab und Gut in Frankreich und investierten alles in das Casa Hogar Los Gorriones.

Doch Ende des Jahres kam der Moment, in dem der Sparstrumpf gänzlich ausgeschöpft war und so starteten wir einen Hilferuf. Jemand in Belgien hörte ihn und gründete bald eine Organisation. So konnten wir ab Januar 2003 mit unserem Projekt fortfahren, die monatlichen Ausgaben decken und die Gefahr die Türen unseres Hauses schlieβen zu müssen, war gebannt. Seitdem boten mehrere Organisationen ihre Hilfe an (siehe Partner) und ermöglichten auf diese Weise die Vergröβerung unseres Hauses und die Entwicklung weiterer Projekte. Auβerdem gibt es viele junge Leute, die helfen möchten und so kommen sie als Freiwillige nach Ayacucho und unterstützen unser Projekt.

Dennoch leben noch zu viele Kinder auf den Straβen Ayacuchos und wir haben oft keine andere Möglichkeit, als ihnen zu sagen, dass wir keinen Platz haben. Ein zweites Haus müsste eröffnet werden, um die Aufnahme mehrerer Kinder zu ermöglichen. Doch um dieses Haus zu bauen, brauchen wir Geld. Wir sind ständig auf der Suche nach Investoren und Spenden, doch wir sind sicher, dass wir es eines Tages schaffen werden!

Das ist also unsere kleine Geschichte. Für weitere aktuelle Informationen über die Gorriones: “La casa” und “Projekte”

Hasta pronto!

Gil und Chantal

CHANTAL
Wir bedauern es Ihnen keine gute Nachricht wissen zu lassen über Chantal. Sie war wieder im Krankenhaus untergebracht. Eine Bluttransfusion war notwendig, denn ihre Körper war nicht stark genug die Medizin zu vertragen gegen die Schmerzen. Ein jeder hofft auf ihrer Genesung, aber die Ärze avisierten den Abschied vor zu bereiten. Sie esst nicht mehr.

Während ich diesen E-mail schreibe, bekomme ich die Nachricht das Chantal uns verlassen hat, jetzt Tonnersdag am 10 a.m. im Peru.!  Armer Gil und Aaron, arme Kinder! Ich habe keine Wörter mehr. Mag Gott Ihnen stärken!

Wir werden alles Mögliche tun Ihnen Beistand zu leisten.

                                                                                             
 
 
 
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