Nachhaltige Entwicklung

Das Meerschweinchen- und Tara- Projekt

Um der Armut entgegen zu wirken und das Problem an den Wurzeln zu packen, hat das „Casa Hogar Los Gorriones“ mit seinen Partnern ein neues Projekt in der Region Huamanga (in der Umgebung der Stadt Ayacucho) entwickelt.

 

Dieses Projekt besteht darin, den Familien die Aufzucht von Meerschweinchen, die Kultivierung des Tara-Strauches und ihre Kommerzialisierung zu ermöglichen und dadurch den Lebensstandard der Familien anzuheben, ihre Ernährungsautonomie zu sichern und somit einer Trennung von Eltern und Kindern vorzubeugen. Zu diesem Zweck bieten die Gorriones und ihre Partner eine Hilfe materieller, technischer und organisatorischer Art an.

 

Die Bedingung ist, dass jede/r Teilnehmer/in des Projektes ein kleines Grundstück hat, auf dem die Meerschweinchen in Gehegen gehalten und die Tara-Sträucher angepflanzt werden können. Die Familien erhalten zu Beginn ihrer Ausbildung Meerschweinchen und Tara-Samen und erlernen dann die Techniken der Tara-Produktion und der Meerschweinchen-Aufzucht. In einem zweiten Schritt geht es darum, dass sich die Familien Methoden und Fertigkeiten bezüglich der Geschäftsführung aneignen.

 

Ein Ziel des Projektes ist es, die Verantwortlichkeit der Familien zu fördern. Sie werden dazu ermutigt, an der Projektplanung teilzuhaben. Sie werden außerdem dazu angehalten, im Gegenzug zu ihrer Ausbildung erfolgreich gezüchtete Meerschweinchen abzugeben oder einen kleinen Teil ihres Verdienstes zu erstatten. Damit können wiederum neue Familien unterstützt und gefördert werden und es entsteht ein Schneeballsystem, ohne dass neue Investitionen getätigt werden müssen.

 

Das Projekt ist somit so ausgerichtet, dass es nicht nur punktuell die Ressourcen (finanzielle Mittel, Nahrungsmittel) der Begünstigten hervorbringt, sondern auch eine darauf folgende Selbstfinanzierung des Gesamtprojekts ermöglicht. Sobald die ersten Familien ihre Produkte verkauft haben und ihre sozioökonomische Situation stabil ist, können ohne zusätzliche Investitionen und die damit verbundene Spendensuche weitere Familien von dem Erfolg der ersten profitieren.

 

IDESI Ayacucho, Abkürzung für: Instituto de Desarollo del Sector Informal de Ayacucho, spanisch für: Institut zur Entwicklung des informellen Sektors in Ayacucho. Dieses verfügt bereits über viele Erfahrungen im Bereich nachhaltiger ländlicher Entwicklungsprojekte mit Meerschweinchen und Tara-Sträuchern und kümmert sich hauptsächlich um den technischen und unternehmerischen Teil des Projektes. Association SOS de Grenoble École de management , französisch für: Verein SOS der Wirtschaftsmanagementschule Grenoble. Gemeinsam mit IDESI haben die Studenten dieses Vereins das Konzept erstellt. Sie werden das Projekt finanzieren.
Das Meerschweinchen

Das Projekt ist sehr präzise auf die Nachfrage des lokalen Marktes abgestimmt. Erhebungen ergaben, dass in 78 % der Haushalte Ayacuchos durchschnittlich 2,2 Meerschweinchen im Monat konsumiert werden.

Wenn man die Familien mit berücksichtigt, die Meerschweinchen für den eigenen Gebrauch züchten und somit nicht zum Verkauf anbieten, liegt das Angebot an Meerschweinchen in der Region Ayacucho bei 3789 Meerscheinchen im Monat. Addiert man die Anzahl der angebotenen Meerschweinchen aus der näheren Umgebung, erhält man eine Summe von nur 5389 Meerschweinchen im Monat.

 

Die Nachfrage ist jedoch von Mal zu Mal größer. Das Fleisch des Meerschweinchens wird in Peru als äußerst gesund bezeichnet. Es werden momentan sogar Untersuchungen angestellt, die bestimmte Eigenschaften des Meerschweinchen-Fleisches zur Prävention gegen Krebs beweisen sollen. Falls sich diese Hypothesen bestätigen sollten, würde die Nachfrage buchstäblich explodieren und zwar mit internationalen Absatzmöglichkeiten.
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Vorteilhaft ist, dass eine große Anzahl dieser Tiere in einem relativ beschränkten Raum aufgezogen werden können. Zudem sind Meerschweinchen recht pflegeleicht. Ein angelernter Züchter braucht täglich nicht mehr als 1 ½ Stunden, um die Produktion voranzutreiben. Die Familien können somit entscheiden, entweder parallel anderen produktiven Aktivitäten nachzugehen oder die Produktion der Meerschweinchen soweit weiter zu entwickeln, dass sie die Haupteinnamensquelle und -beschäftigung der Familie wird.

Der Tara - Strauch

Der Tara-Strauch ist eine Pflanze, die in Gebieten von 1000 bis zu 2900 Höhenmetern wächst und vorwiegend in Peru und Ekuador beheimatet ist.

 

Aus diesem Gewächs wird das Tarakernmehl gewonnen, welches auch Peruanisches Johannisbrotkernmehl genannt wird. Es ist ein natürliches Gelier- und Verdickungsmittel ohne Geschmack und in Backwaren, Obst- und Gemüsekonserven, Süßwaren, Konfitüren, Marmeladen, Gelees, Würzzubereitungen, Aufgüssen und Überzügen für Fleischerzeugnisse sowie Speiseeis und Milchmischgetränken zu finden.

 

Der aus den Samen gewonnene Saft wird nach dem Verfestigen Taragummi genannt.

Die Gerbsäure, die entsteht, eignet sich hervorragend als Exportprodukt, da sie häufig in der Pelzindustrie von hoher Qualität verwendet wird. Des Weiteren wird sie in der Pharma- und Chemieindustrie, u.a. für die Herstellung von Farben genutzt.

 

Der weltweite Export der Tara-Produkte expandiert. Die fünf größten Exportunternehmen Perus können dies bestätigen.

IDESI Ayacucho hat Beziehungen zu diesen Unternehmen, die den Produzenten und Begünstigten des Projektes hervorragende kommerzielle Absatzmärkte eröffnen können.

Die Tara-Produktion erfordert kaum Arbeit, sondern nur einige Kenntnisse bezüglich der Erntezeit und den Absatzmöglichkeiten. Die Investierung rentiert sich langfristig sehr für die Familien (siehe dazu den untenstehenden Kasten).

Die ersten Ernten können erst nach 1 ½ Jahren gemacht werden, danach erhöht sich die Erntemenge jedoch jedes Jahr, so dass die Ernte nach 10 Jahren doppelt so groß sein wird wie die erste.


siehe Anhang 1 im Dokument „Meerschweinchenprojekt“ auf der französischen oder spanischen Seite

Ziele und Wirkungen des Projekts


* Die Schaffung von 10 neuen dauerhaften Arbeitsplätzen und eine erhebliche Verbesserung des Lebensstandards der begünstigten Familien auf langfristige Sicht.


* Den Familien zur Autonomie verhelfen, indem ihnen neue Kenntnisse, Fähig- und Fertigkeiten vermittelt werden.


* Eine Produktion von mindestens 123 Meerschweinchen pro Familie am Ende des Projekts erhalten.


* Den Grundstücken der Familien entsprechend möglichst viele Tara-Sträucher anpflanzen.


* Dem Projekt eine Selbstfinanzierung ermöglichen, um alle drei Jahre weitere Familien zu erreichen, ohne neue Förderungsmöglichkeiten zu suchen.


* Die Lebensbedingungen der Frauen in den Armenvierteln verbessern und aufwerten. Diese werden häufig von ihren Männern allein gelassen und tragen somit die alleinige Verantwortung.

 

 

La Casa Hogar Los Gorriones

Ave Victor Fajardo Nr.350, Vista Alegre / Carmen Alto

Huamanga - Ayacucho-Peru

Info@casahogarlosgorriones.org

 

 

© Casa Hogar Los Gorriones 2009