M., geb. am 10.01.1994
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| M. kam Anfang des Jahres 2003 zu uns. Sie wurde von ihrer älteren Schwester gebracht, die für ihre vier kleineren Geschwister verantwortlich ist. Ihre Eltern waren Alkoholiker und starben kurz hintereinander. M.s Brüder leben ebenfalls in einem Kinderheim. M. hat ihr Elternhaus niemals zuvor verlassen und konnte nie zur Schule gehen. Sie hat niemals Liebe erfahren oder eine Erziehung genossen. Sie ist entwicklungsverzögert und hat groβe Probleme beim Sprechen. Anfangs konnte man sie kaum verstehen. Auβerdem hatte sie Angst vor Männern als sie ankam und versteckte ihr Spielzeug, weil sie nicht wusste, wie sie damit spielen sollte. Heute macht M. eine Ausbildung zur Schneiderin. Sie ist ein fröhliches und aufgewecktes junges Mädchen. |
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| R.-K., geb. am 05.03.1999 |
| R.-K. ist eins der ersten drei Kinder gewesen, die am 3. März 2002, dem Tag der Heimeröffnung zu den Gorriones gebracht wurden. Sie wurde zwischen Müllsäcken neben Schweinen, Ratten und streunenden Hunden gefunden und daraufhin ins Krankenhaus gebracht. Die Untersuchungen ergaben ein schweres Krankheitsbild: u.a. zerebrale Lähmung (Gehirnlähmung), Unterernährung, Erblindung, Brandnarben und viele Blutergüsse. Letzteres lässt darauf schließen, dass sie ein Opfer von Gewalt in der Familie geworden ist. Ihr Körper wies weitere Symptome von Sauerstoffmangel auf, die vermutlich mit Problemen bei der Geburt oder späteren Gewalteinwirkungen zusammenhängen. Sie wog gerade sechs Kilogramm als sie ankam. Sie kann weder ihre linke noch ihre rechte Körperhälfte gezielt bewegen, allerdings ist ihr rechtes Bein zum Beispiel dauernd in Bewegung. Die Bewegungen ihrer Arme und Beine erfolgen unkontrolliert. Sie kann nicht sprechen, der kleinste Lärm lässt sie zusammenzucken und sie verkrampft sich. Während der ersten acht Monate hat sie Tag und Nacht geweint. Sie war laut Gil und Chantal das traurigste Kind, das sie jemals in ihrem Leben gesehen haben. Nach und nach schenkte sie ihnen aber ihr Vertrauen. Sie hat immer noch groβe Verdauungsschwierigkeiten und kann nur flüssige Nahrung zu sich nehmen. Die Mitarbeiter brauchen sehr viel Geduld, um ihr zu essen und zu trinken zu geben. Zwei mal am Tag werden Übungen zur Rehabilitierung und Stimulation mit ihr gemacht. Laut den Ärzten ist ihr Zustand irreversibel. Am 31. Dezember 2003 wurde R.-K. durch Gil und Chantal adoptiert. Ihr Geburtstag wird nun am Tag der Heimeröffnung gefeiert. |
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| E., geb. am 08.04.1997 |
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Am 21. August 2002 kamen drei weitere Kinder: J.C. (damals 11 Jahre), El. (damals 9 Jahre) und E .(damals 5 Jahre). Ihre Mutter starb im Mai 2002, ihr Vater wurde im Juli mit Kokain festgenommen und sitzt heute, acht Jahre danach, erneut wegen Drogenhandels im Gefängnis. Das Leben der Kinder hatte sich innerhalb weniger Monate schlagartig verändert.
Die Familie kommt aus dem Regenwald, wo die Schulbildung sehr schlecht ist. Oft helfen die Kinder ihren Eltern bei der Arbeit. Deshalb waren bei den Jungen große Lernrückstände festzustellen. J.C. konnte gerade einmal lesen, verstand jedoch nicht, was er las.
Die Kinder haben sich gut bei den "Gorriones" zurechtgefunden, auch wenn dafür sehr viel elterliche Autorität erforderlich war. Die zwei älteren Jungen führen heute ihr eigenständiges Leben und wohnen mit ihrer Schwester an der peruanisch-chilenischen Grenze. E. hat im "Casa Hogar" sein Zuhause gefunden und nennt Gil und Chantal seine Eltern.
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At., geb. am 26.05.2001
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At. ist 2004 ins Kinderheim gekommen. Er wurde im Gefängnis geboren, wo seine Eltern sich heute immer noch wegen Drogenhandels befinden. Zwei Jahre lang musste At. im Gefängnis leben bis ein Unfall passierte, bei dem At. in einen Kessel mit heiβem Wasser gefallen sein soll. Er kam sofort ins Krankenhaus, wo seine Brandnarben über einen Monat lang behandelt werden mussten. Lange Zeit hatte man den Eindruck, er stünde unter Schock. Seine Brandnarben sind verheilt, doch seine seelischen Wunden benötigen weiterhin sehr viel Pflege. Heute scheint es ihm besser zu gehen, doch er ist weiterhin in psychologischer Behandlung und nimmt Medikamente gegen Wut- und Gefühlsausbrüche, die ihn ab und an überkommen.
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| C., geb. am 06.07.1997 |
| C. ist At.s größere Schwester. Sie kam Anfang 2007, drei Jahre nach At. ins „Casa Hogar Los Gorriones“. Während At. mit seinen Eltern im Gefängnis war, befand sich C. in einem anderen Kinderheim. Danach konnte sie mit ihrem Bruder zusammengeführt werden. C. ist ein sehr ruhiges und verantwortungsbewusstes Mädchen. Außerdem ist sie sehr fleißig und wissbegierig; sie macht all ihre Hausaufgaben, ohne sich zu beschweren. Sie spielt gerne mit den Freiwilligen und ist sehr kreativ. |
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| Eb., geb. am 16.05.2003 |
| Der kleine Eb. kam im August 2004 zu den Gorriones. Er hat leider gar keine Angehörigen mehr. Seine Mutter starb bei seiner Geburt, so dass er von einer Familie aufgenommen wurde, die selbst sechs Kinder hatte. Doch auch in dieser Familie starb die Mutter und so wurde Eb. ins Kinderheim gebracht. Eb. ist blind und hat eine zerebrale Lähmung. Dreimal in der Woche fahren wir mit ihm zur Therapie. Zweimal täglich werden mit Eb. und allen anderen Kindern mit Behinderungen Rehabilitationsübungen gemacht. Er macht gute Fortschritte und kann schon relativ gut sprechen. Wir hoffen, dass er bald auch laufen kann. Eb .kann sehr agressif sein und wirft gelegentlich seinen Kopf gegen die Mauer. Auf der anderen Seite ist er ein sehr liebebedürftiger und verschmuster Junge und braucht sehr viel Aufmerksamkeit. Eb. steht auf der Adoptionsliste. |
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| Al., geb. am 27.07.2001 |
Al. wurde mit seinen Geschwistern, J., Fl. und So. von ihrem Vater geschickt, der um Hilfe bat, als seine Frau starb und er sich mit sechs Kindern alleine vorfand. Sie lebten unter sehr armen Umständen im Regenwald, wo der Vater es kaum schafft sich selbst zu ernähren. Al. kam mit vielen sehr schweren Krankheiten wie Anämie, Malaria und Hepatitis ins Kinderheim, war stark unterernährt und hat heute noch psychische Probleme. Er nimmt Medikamente, bekommt aber dennoch häufig Wutausbrüche und weint relativ oft. Wenn man sich mit ihm streitet, fängt er an zu schreien und zu schlagen. Außerdem hört er oft nicht auf die Freiwilligen. Al. kann aber auch der freundlichste und liebste Junge auf ganz Erden sein. Er nimmt dann einfach deine Hand, um mit dir zu spielen. Besonders gerne spielt er im Garten und mit seinem Auto.
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| J., geb. am 18.09.1998 |
| J. ist der größere Bruder von Al. und der kleinere Bruder von Fl. und So. Er spielt ebenfalls gerne Fußball und fährt gerne Fahrrad, hat aber auch ein großes Talent zum Schauspielern. Außerdem hilft er gerne in der Küche.
Für beide Brüder war es schwer den Tod ihrer Mutter zu überwinden und von ihren Geschwistern getrennt zu sein. Sie waren anfangs sehr schwer zugänglich, denn sie verweigerten jeden Kontakt, selbst zu ihrem Vater. J. hatte eine intensive Beziehung zu Chantal und bekam schwerwiegende Depressionen als sie im April 2008 verstarb. Heute scheint er sich ein wenig von den großen Brüchen in seinem Leben erholt zu haben, dennoch ist er häufig auffällig in seinem Verhalten. Er entschuldigt sich nur sehr ungerne und ist häufig dickköpfig, stolz und aufmüpfig. Oft ärgert er auch seinen kleinen Bruder Al. bis dieser anfängt zu weinen. Wenn man J. Komplimente macht, ist er das glücklichste Kind des ganzen Hauses.
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Fl., geb. am 18.02.1996
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Fl., die Schwester von Al., J. und So. kam gemeinsam mit So. erst ein Jahr nach Al. und J. ins Kinderheim. Gil und Chantal hatten darum gekämpft, die vier Geschwister wieder zusammen zu führen. Heute leben die Geschwister schon seit mehr als sechs Jahren bei den Gorriones. Sie scheinen glücklich zu sein und möchten nicht mehr zurück in den Regenwald. Ihr Vater kommt sie besuchen, wenn er kann, doch es besteht keine tiefere Beziehung mehr zwischen den Geschwistern und ihrem Vater. Sie stehen nicht auf der Adoptionsliste. Fl. ist relativ launisch. An einem Tag ist sie freundlich und lustig, am nächsten Tag kann sie sehr schlechte Laune haben. Wenn sie keine Lust hat, etwas zu unternehmen, ist sie nur sehr schwer zu motivieren. Doch an ihren guten Tagen lacht sie viel und spielt gerne mit den Freiwilligen und den kleineren Kindern.
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So., geb. am 28.11.1993
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So. ist abgesehen von Sa. das älteste Mädchen im „Casa Hogar Los Gorriones“. Sie ist sehr verantwortungsbewusst und hilft ihren Geschwistern und den kleinen Kindern. So. ist ein recht ruhiges Mädchen und würde die Freiwilligen niemals um viel bitten. Wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, um sie kennen zu lernen, merkt man, dass sie ein sehr humorvolles Mädchen ist. Sie spielt sehr gerne Volleyball.
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Ni., geb. am 17.09.2004
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| Die kleine Ni. kam direkt aus dem Krankenhaus zu uns, in dem ihr aufgrund einer ernsthaften Lungenentzündung schon alle Überlebenschancen abgesprochen wurden. Hier kam sie dann mit einer zerebralen Lähmung, einer chronischen Unterernährung und einer Bronchopneumonie an, war stark dehydriert und wiegte mit einem Jahr und acht Monaten gerade mal 4,7 kg. Ihr Leben hing an einem seidenen Faden. Ni.s Vater ist alkoholkrank und Analphabet. Das Geld, das er verdiente, gab er sofort zum Trinken aus. In der Familie wurde seitens des Vaters sehr viel Gewalt ausgeübt, die acht Geschwister wurden von ihren Eltern völlig allein gelassen, nicht erzogen und haben nie viel Liebe erfahren. Die Mutter arbeitete auf einem kleinen Feld, um ein wenig Gemüse mit nach Hause zu bringen. Ni. hat in ihrem kurzen Leben mehr Zeit im Krankenhaus als zu Hause verbracht. Doch dort wurde sie nicht gerne gesehen, denn für die Ärzte im Krankenhaus war sie ein hoffnungsloser Fall. Man solle sie sterben lassen, war der Ratschlag. Auch im Kinderheim konnte sie nicht geheilt werden: Sie hatte oft Fieber, konnte die Nahrung nicht bei sich behalten und hatte Flüssigkeitsansammlungen um die Lunge herum. Wir brachten sie wieder ins Krankenhaus, wo es ihr langsam besser ging. Doch kurz vor ihrer Entlassung kam es zu einem Unfall, bei dem Nahrung in die Lungen der Kleinen geriet und sie beinahe erstickte. Sie musste reanimiert werden und schwebte eine Woche lang zwischen Leben und Tod. Doch Ni. hatte und hat einen sehr starken Überlebenswillen und kam wieder zu uns. Wir wissen nicht wie lange sie noch kämpfen kann aber wir begleiten sie auf ihrem Weg. Sie verzaubert mit ihrem wunderschönen Lächeln jede Señorita und jede/n Freiwilligen. |
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| Lu., geb. am 14.11.2004 |
Lu. hat eine sehr zerbrechliche Gesundheit. Seine Bronchien sind in sehr schlechter Verfassung und an einem Ohr hat er eine schlimme Infektion. Er hat diese Infektion seitdem er acht Monate alt ist, sie wurde jedoch nie behandelt. Er muss vermutlich operiert werden. Lu. wird bald in die Privatschule eingeschrieben. Er ist sehr glücklich bei den "Gorriones" und fragt nicht danach, nach Hause zurückzukehren. Seine Mutter kommt ihn mit seinen Geschwistern besuchen.
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| F., geb. am 17.12.1996 |
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Die fünf Geschwister F., L., A., B. und S. wurden in einer Nacht im März 2004 von der Polizei gebracht, weil ihre Mutter sie über mehrere Tage alleine zu Hause gelassen hatte. Sie hat ein starkes Suchtproblem und schafft es nicht, sich um ihre Kinder zu kümmern. Die Kinder stehen alle auf der Adoptionsliste.
Wie auch E. (s.o.) spielt F. sehr gerne Fußball und fährt gerne Fahhrad. Die beiden sind gute Freunde. F. ist ein sehr freundlicher und höflicher Junge, der gerne und viel lacht.
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| L., geb. am 14.04.1999 |
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Wie auch den anderen Jungen gefällt es L. Fahrrad zu fahren und Fußball zu spielen. Er ist sehr sportlich, aktiv und intelligent. Neuerdings spielt er in einem Fernsehfilm mit und ist sehr stolz darauf. Er ist sehr ehrgeizig und möchte immer der Beste sein. Deshalb kann er auch ganz schön böse werden, wenn man ihn kritisiert.
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| A., geb. am 21.02.2000 |
| A. spielt ebenfalls gerne Fußball, jedoch mag er es auch sehr, mit den kleineren Kindern zu spielen. Er ist gut mit Fe. und mit seinem kleinen Bruder S. befreundet. Manchmal ärgert er aber auch die kleineren Kinder, wie z.B. Al. Das geht so lange, bis beide anfangen zu weinen. A. kann sehr launisch sein. An einigen Tagen ist er ein Unschuldsengel, an anderen Tagen kann er sehr schwierig und auffällig sein. Vorher hat er häufig Bücher im Kinderheim geklaut, um sie in der Schule zu verkaufen. Wie man sieht, handelt es sich um einen sehr intelligenten Jungen. Auf den Versammlungen ist A. immer der verständnis- und einsichtsvollste Junge des ganzen Hauses. Er entschuldigt sich für all seine Übeltaten, doch ob er nach den Versammlungen sein Verhalten ändert, ist eine andere Frage. |
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| B., geb. am 17.07.2003 |
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B. ist die kleine Prinzessin des Hauses. Sie findet es prima, viel Aufmerksamkeit zu bekommen und tanzt sehr gerne. Ihre beste Freundin ist D. Die beiden spielen sehr häufig miteinander. Nach und nach lernen sie aber auch getrennte Aktivitäten zu unternehmen. B. kann sich auf unterschiedliche Art und Weise mit den Freiwilligen beschäftigen und ist ein sehr fröhliches und stolzes Mädchen.
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| S., geb. am 18.07.2004 |
| S. ist ein sehr fröhliches Kind, das mit seinem Lächeln verzaubert. Zu Beginn testet er gerne die Grenzen der Freiwilligen aus. Er stellt viele Fragen und guckt sich gerne Fotos von den Aktivitäten und den Personen im Kinderheim an. S. schläft gerne viel und fängt regelmäßig an zu weinen, wenn man ihn dabei stört. Das Beste ist, ihn ganz sanft zu wecken und ganz leise mit ihm zu sprechen, als wäre er ein Baby. Auch S. spielt gerne mit den Freiwilligen. Er ist der aufmerksamste und dominanteste Junge von den Kleineren. |
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| Fe., geb. am 16.11.1999 |
| Fe. kam im April 2007 ins "Casa Hogar". Er ist ein ganz besonderer Junge, was sich unter anderem darin äuβert, dass er zwar schon zehn Jahre alt ist, im Grunde genommen aber aussieht wie ein Vierjähriger. Fe. hat eine starke geistige Behinderung. Seine Eltern sind beide geistig behindert. In den ersten sechs Jahren lebte Fe. bei seiner Mutter. Diese wusste nicht, was sie mit ihrem Kind anfangen sollte und sperrte es deshalb nach Aussagen seiner Tante sechs Jahre lang in einem kleinen Zimmer ein. Dort wurde er so gut wie gar nicht mit Essen oder Kleidung versorgt, weshalb sein angeheirateter Groβvater ihn schlieβlich zu seinem Vater schicken wollte. Doch auch dort war er nicht besser aufgehoben. Wir fanden ihn in einem stark vernachlässigten und verwahrlosten Zustand vor. Er hatte nichts weiter als einen Pullover an, saβ an einem kalten Regentag barfuβ in einer dunklen Ecke und schien stark unterernährt zu sein. Heute bestehen Vermutungen, er habe eine Psychose. Auf der anderen Seite wirkt Fe. aber auch hyperaktiv, so dass noch nicht geklärt werden konnte, was er wirklich hat. Er braucht deshalb dringend professionelle Hilfe. Fe. fordert sehr viel Aufmerksamkeit, weil man ihn keine Sekunde aus den Augen lassen kann. Er kann keine Minute still sitzen, läuft ständig von einem Ort zum anderen, gibt einsilbige Laute wie ma-ma-ma-ma-ma von sich und nimmt alles in den Mund, was er finden kann. Auch seine Hände nimmt er andauernd in den Mund. Er beisst, fügt anderen Schmerzen zu, ist aber auch autoagressif. Fe. hört so gut wie gar nicht auf Anweisungen und reagiert selten auf seinen Namen. Es ist schwer zu sagen, wieviel er versteht, wie stark seine geistige Behinderung ist und wieviel Resultat einer ausbleibenden Erziehung und eines gewalttätigen familiären Umfelds ist. |
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| D., geb. am 16.02.2002 |
| D. ist die größere Schwester von Fr. Sie kamen 2006 zu den Gorriones, weil ihre Mutter sich aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht mit Medikamenten versorgen konnte und starb. Ihr Vater konnte sich nicht gleichzeitig um seine Kinder kümmern und arbeiten. Ihre Großmutter liebt die beiden sehr und kommt jede Woche ins Kinderheim, um die beiden zu besuchen. Leider kann auch sie die beiden nicht versorgen, da sie selber noch kleinere Kinder hat. Der Vater kommt alle zwei Wochen und hofft die Beiden zu sich nehmen zu können, wenn sie größer sind. D. ist ein verantwortungsbewusstes, ruhiges und freundliches Mädchen. Sie passt gut auf ihren kleinen Bruder auf und spielt gerne mit ihrer Freundin B. und den Freiwilligen. Wenn sie jedoch unzufrieden mit etwas ist, bekommt man dies sehr zu spüren. |
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| Fr., geb. am 14.05.2004 |
Um mit Fr. zu spielen und zu arbeiten, braucht man sehr viel Geduld. Er mag es z.B. nicht seine Spielsachen zu teilen, möchte aber immer die Spielsachen der anderen Kinder haben. Oft weint er ohne einen besonderen Grund, so dass man ihn am besten ablenkt oder in Ruhe lässt. Ist man streng zu ihm, wird es häufig noch schlimmer. Wenn er gute Laune hat, kann man sehr ruhig mit ihm spielen. Fr. ist sehr empathisch und fragt immer, wie es dem anderen geht. Außerdem kuschelt Fr. sehr gerne und genießt diese körperliche Zuneigung.
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| Cr., geb. am 17.03.2006 |
| Cr. ist mit seinen 3 ½ Jahren der Kleinste in unserem Haus. Er kam im August 2007 aus einem anderen Kinderheim zu den "Gorriones". In der anderen Einrichtung hatten die Verantwortlichen nicht die Möglichkeit die physomotorische Behinderung zu behandeln, die bei seiner Geburt entstand. Seine Mutter, die mental beeinträchtigt ist, befand sich gerade auf der Tanzfläche einer Diskothek, als sie ihn bekam. Dabei fiel Cr. auf seine rechte Körperhälfte, die heute wöchentlich in der Physiotherapie behandelt wird. Er kann leider seine rechte Hand nicht bewegen und muss sie deshalb täglich trainieren. |
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| N., geb. am 11.07.2001 |
| N. hat eine sehr erschreckende Familiengeschichte. Ihre Mutter verlor ihre gesamte Familie zur Zeit des Terrorismus und wuchs selbst bei Adoptiveltern auf. Sie war schwer traumatisiert, lebte auf der Straβe und wurde selbst mit 15 Jahren von einem Unbekannten schwanger. N.s ältere Schwester lebt ebenfalls in einem Kinderheim. Nun bekam ihre Mutter ihr drittes Kind von einem dritten Mann. N. kam mit einer chronischen Unterernährung ins Kinderheim und konnte kaum gehen, ohne ihr Gleichgewicht zu verlieren. Heute tanzt sie…gut, ab und zu fällt sie noch, aber sie ist ein sehr fröhliches Kind und eins der Sonnenscheine des Hauses. |
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| Sa., geb. am 16.10.1987 |
| Sa. ist mit ihren 22 Jahren die älteste im "Casa Hogar Los Gorriones". Sie ist schwerhörig und hat eine leichte geistige Behinderung. Wir wissen nicht viel über ihre Vergangenheit. Mit zehn Jahren wurde sie auf den Straβen von Lima gefunden und als Dienstmädchen eingestellt. Dort wurde sie sehr schlecht behandelt, musste hart arbeiten und wurde geschlagen. Vier Jahre später wurde Sa. zum Familienrichter gebracht, da die Frau, bei der Sa. arbeitete, verreisen wollte und Sa. nicht mehr gebrauchen konnte. Sie wurde nach Ayacucho gebracht, doch der Familienrichter wusste auch hier nichts mit ihr anzufangen. So kam sie zu den Gorriones. Sa. macht vormittags eine Ausbildung zur Schneiderin und hilft nachmittags im Kinderheim. Mittlerweile spricht sie, sie scheint glücklich bei den Gorriones zu sein. |
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| Di., geb. am 08.12.1999 |
| Di. lebte mit seiner 35-jährigen Mutter in den Bergen, die den ganzen Tag arbeitete und ihren Sohn wie eine Pflanze in der Ecke stehen lieβ. Sein 65-jähriger Vater hat keinen Pfennig Geld und kein Haus, dafür aber unzählige Kinder, um die er sich nicht kümmert. So hatte Di. nicht die geringste Stimulation. Diese hätte er aber so dringend gebraucht, ist doch auch er ein Kind mit einer zerebralen Lähmung. Als Di. ankam, konnte er nicht einmal seine Augen öffnen. Nach einigen Monaten Rehabilitation kommunizierte er mit ein paar Lauten. Für uns war das schon ein groβer Schritt. |
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| Y., geb. am 23.03.2002 |
| Y. ist acht Jahre alt und wurde von seinem Vater gebracht, der uns um Hilfe bat, weil seine Frau ihn angeblich verlassen hatte. Seit einigen Monaten ist die Mutter, die ihren Sohn nie besuchen kam, nun wegen Drogenhandels im Gefängnis. Der Vater und sein Sohn lebten in einem Haus ohne Elektrizität, ohne Wasser und ohne Toilette. Mit seinem behinderten Sohn konnte der Vater nicht arbeiten gehen. Y. hat ebenfalls eine zerebrale Lähmung, starke Krämpfe und war unterernährt als er kam. Sein Vater kommt ihn nun jeden Sonntag besuchen und arbeitet heute als ausgezeichneter Bäcker. Man sieht, dass er seinen Sohn liebt. Wir versuchen ihm übergangsweise zu helfen und so, wie es aussieht, scheint es zu klappen. Er hat eine neue Familie gegründet und plant nun Y. in einigen Monaten zu sich zu holen. |
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| M.J., geb. am 28.03.2003 |
| Die Mutter von M.J. wurde von ihrem Ehemann verlassen und hat in extremer Armut gelebt. M.J. hat zwei Schwestern und einen Bruder. In ca. vier Monaten hat die Mutter ihre vier Kinder abgegeben, um sich wieder mit dem Vater des letzten Kindes zu versöhnen. Fast jedes Kind ist von einem anderen Vater. M.J. ist, als sie klein war, aus dem Rückentragetuch ihrer Mutter gefallen und hat dabei ihr linkes Augenlicht verloren. Sie ist kaum aus dem Haus gekommen und es hat sich niemand um sie gekümmert. Des Weiteren wurde sie keineswegs medizinisch behandelt. Ihre Mutter hatte nicht die finanziellen Mittel, um sie zu versorgen. Sie ist ein Kind mit starken Behinderungen. Wir haben uns entschieden sie aufzunehmen, um sie vor einem relativ sicheren Tod zu bewahren. |
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| M.A., geb. am 23.08.2001 |
| M.A.s Mutter ist 43, ihr Vater 63 Jahre alt. M.A. ging aus der zweiten Heirat ihres Vaters hervor. Die Familie hat in extremer Armut gelebt. M.A. hat eine Cerebralparalyse und eine mentale Verzögerung. Sie kann nicht laufen, nicht sprechen und ist sehbehindert. Dennoch gibt sie sich jeden Tag sehr viel Mühe und kämpft dafür, eines Tages autonomer leben zu können. Bisher wurde sie medizinisch nicht behandelt. Dank der Rehabilitierung lernt sie nun laufen und sprechen und macht dabei große Fortschritte. |
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Jh., geb. am 16.02.1999
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Jh. ist ein Kind mit so genannten Down-Syndrom (Trisomie 21). Sein Vater verließ die Familie, als er noch klein war, seine Mutter hat leider nie besonders viel Interesse für ihren Sohn gezeigt. Jh. hat bereits vier Jahre lang, von 2003 bis 2007, im "Casa Hogar Los Gorriones" gelebt. Danach sollte er aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Situation seiner Familie wieder in diese reintegriert werden. In dieser Zeit ging der kleine Junge jedoch nicht zur Schule und wurde von seiner Mutter häufig mit zur Arbeit genommen. Während die Mutter arbeitete wurde er jedoch nicht beaufsichtigt, lief alleine in der Stadt herum und wurde von der Polizei aufgeschnappt. Zu einem späteren Zeitpunkt musste er ins Krankenhaus eingeliefert werden, da er sich eine schwere Infektion zugezogen hatte, nachdem er Abfälle auf der Straße zu sich nahm. Zuvor hatte die Mutter ihn nicht zum Arzt bringen wollen, da sie kein Geld für die Behandlung habe. Nun ist Jh. vor Kurzem wieder zu uns ins Kinderheim gekommen.
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